Maximilian Stark zurück auf Schnee

Die lange Leidenszeit von Snowboardcross-Fahrer Maximilian Stark nähert sich langsam aber sicher dem Ende. Vergangene Woche wagte der 22-jährige Unterhachinger wieder die ersten Schwünge auf Schnee; mehr als zehn Monate nach seiner schweren Verletzung. Ob es aber noch zu einer Olympiateilnahme reicht, ist ungewiss. „Das wird sehr, sehr eng“, so Stark.

Am 7. Dezember 2012 hatte sich Stark im Qualifikationslauf zum ersten Snowboardcross Weltcup-Rennen der vergangenen Saison, nachdem er einen Sprung falsch erwischt hatte und mehr als 50 Meter weit durch die Luft geflogen war, einen Oberschenkelbruch und Riss des Quadrizeps zugezogen.

In einer ersten Operation wurde dem Vierten der Junioren WM 2011 eine Platte mit zehn Schrauben eingesetzt. In den Wochen danach startete das Nachwuchsass mit der Physio- und Aufbauarbeit. „Es sah alles gut aus, die Schwellung ist gut abgeheilt, die Beweglichkeit mehr und mehr zurückgekehrt“, erinnert sich Stark an die erste Zeit nach der Verletzung.

Die Genesung verlangsamte sich allerdings nach dem Jahreswechsel, und auch die Röntgenbilder wiesen eine mangelhafte Kallusbildung aus. Auf Geheiß von Mannschaftsarzt Dr. Heinz Kusche wurde das Krafttraining intensiviert, um mehr Druck auf den Knochen aufzubauen und dessen Heilung anzuregen. Jedoch ohne richtigen Erfolg.

Ende Februar änderte sich wieder alles. Schlagartig. „Als ich von einem Stuhl aufgestanden bin, ist mir die Platte gerissen, ohne dass ich es zuerst bemerkt habe.“

Nach mehreren Telefonaten mit der medizinischen Abteilung und in Zusammenarbeit mit weiteren Spezialisten entschloss man sich, die Platte mit den zehn Schrauben in Murnau entfernen und durch einen Marknagel ersetzen zu lassen. „Daraufhin ging das ganze Spielchen wieder von vorne los“, so Stark, dem man auch Monate danach noch die Frustration über seinen Leidensweg anmerkt.

Drei Monate später, Ende Mai, wurde dem jungen Sportler in einer dritten Operation ein Verriegelungsbolzen entfernt, damit auf den Knochen erneut der Druck erhöht werden konnte.

„Das war meine Freigabe zur Vollbelastung, die allerdings durch die starke Atrophie der Muskeln nicht wirklich möglich war.“ Stark entschied sich zu einem stationären Reha-Aufenthalt im Medical Park Bad Wiessee, um dort nach mehr als sechs Wochen endlich die Gehhilfen in die Ecke stellen zu können.

„Ich bin mehr als sieben Monate auf Krücken durch die Gegend gelaufen. Es war ein gutes Gefühl, meine gelben Freunde endlich loszuwerden.“ Seitdem ist der Heilungsprozess immer besser in Gang gekommen, auch wenn es noch hier und da etwas zwickt.

„Momentan hab ich noch kleinere Beschwerden, die mich vom schmerzfreien Krafttraining und richtigen Snowboarden abhalten, aber daran arbeiten wir gerade“, so das Kraftpaket, das bei seinem bereits zweiten Comeback-Versuch von der Erfahrung einer vorangegangenen Verletzungspause profitiert. „Es hilft auf jeden Fall, weil man sich nicht mehr so viel Stress macht, sondern sich die Zeit nimmt, die es eben braucht.“

Allerdings hat das auch einen Nachteil: „Sochi ist natürlich noch im Kopf, aber das wird sehr, sehr eng“, erklärt Stark, der seinen Traum aber noch nicht aufgeben will. In erster Linie geht es allerdings momentan darum, wieder volle Wettkampfbelastung zu erlangen. „Deshalb war es schön, neben dem monotonen Kraft- und Koordinationstraining wieder mit der Mannschaft zu trainieren.“


Zurück